Überleben in der Großstadt – Maschen der Taschendiebe „Blockiertrick“

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Man ist im Urlaub und drängt sich dicht an dicht mit anderen Leuten zu den Sehenswürdigkeiten oder Straßenfesten. Aber nicht nur diese Form des kuscheligen Miteinanders in den Straßen so ziemlich jeder Stadt wird gerne von geschickten Taschendieben ausgenutzt, sondern auch die ganz alltäglichen Momente.

Und ob Tourist im Urlaub oder normaler Anwohner auf dem Weg zur Arbeit, hat man es erst mal bemerkt, dann ist der Tag versaut und die ganzen Rennereien gehen los.

Täter:

Vielleicht hätte man noch vor ein paar Jahren sagen können, dass man es den meisten Taschendieben ansieht. Aktuell kann man es aber nicht mehr so wirklich von der äußeren Erscheinung erkennen. Fakt ist, sie sind unter uns und passen sich ihrer Umgebung an! Dabei reicht es vom normalen Kleidungsstil bis hin zum Anzugträger. Die Umgebung gibt eben die Arbeitskleidung vor!

Was ist ein Taschendiebstahl?

Wikipedia liefert folgende Definition. „Taschendiebstahl gehört zur Straßenkriminalität und ist eine Form des Diebstahls, bei der der Täter, der Taschendieb, eine fremde bewegliche Sache, die sich im unmittelbaren Einflussbereich einer anderen Person befindet (z. B. Bekleidungs- oder Handtasche, Rucksack, Einkaufstüte am Körper), an sich bringt in der Absicht, diese sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen.“

Leider fehlt bei dieser Definition ein ganz wichtiger Punkt. Die rechtswidrige Zueignung muss versteckt und unbemerkt passieren.

Besonderheiten von Taschendieben?

Taschendiebe begehen solche Straftaten in der Regel um damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nicht selten sind diese ordentlich ausgebildet. So üben sie erst ihre Fingerfertigkeit zum Beispiel an Glocken-Puppen und werden dann, nach und nach auf echte Menschen losgelassen. Wenn sie richtig gut sind, dann geht es auf Dienstreise. Metropolen wie Berlin und andere Stadtzentren sind dann ihr neues Beutegebiet.

Taschendiebe gehen in der Regel arbeitsteilig vor. Teams von drei Personen und mehr teilen sich verschiedene Aufgaben. Das reicht vom Ausspähen, über die Ablenkung oder das Abschirmen, zum eigentlichen Ziehen bis hin zur Weitergabe der Beute! So kann es also sein, dass ihr einen Vorgang bemerkt habt, diese Person durchsucht, aber eure eigentliche Geldbörse schon 30 Meter weiter ist.

Taschendiebe sind meist sehr aufmerksam, fast schon sympathisch und auf jeden Fall aufmerksam. Sie halten euch die Tasche damit ihr eure Schuhe zumachen könnt, sie halten euch die Tür auf oder helfen eure beschmutze Kleidung zu reinigen. Ein falsches Spiel mit dem einzigen Ziel euch so nahe wie möglich zu kommen, oder weil es eben Teil des Tricks ist.

Der Blockiertrick!

Nach dem ganzen Vorgeplänkel kommen wir nun zu der ersten Masche. Diese Mache findet den größten Einsatz in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ihr geht jetzt also auf einen Bahnhof, die Bahn fährt ein und die Türen öffnen sich. Ihr lasst nun die anderen Leute raus und wollt natürlich endlich mal einsteigen. Dieses wird bemerkt und eine Person bewegt sich in eure Laufrichtung, wird zum selben Eingang gehen und euch dann auflaufen lassen (euch blockieren). Hierbei geht es nur darum, dass ihr aus eurer natürlichen Bewegung rausgebracht werdet. Am besten reagiert ihr noch genervt und konzentriert euch nur auf diese unnötige Situation. Dieser Moment wird genutzt, dass eine weitere Person, welche bereits hinter euch platziert ist, die Tasche öffnet oder etwas aus den bereits offenen Taschen zieht. Besonders beliebt sind hierbei Rucksäcke oder Handtaschen. Das gezogene Diebesgut wird nun schon an eine dritte Person weitergeben. Ist euch also dieses kleine Zeitfenster aufgefallen, dass dürfte eine Durchsuchung der Person nicht sonderlich erfolgreich sein. Und auch die Kameras auf den Bahnhöfen dürften diesen Moment, je nach Fülle des Bahnsteigs, nicht eingefangen haben.

Abwehrmaßnahmen

Zwar empfiehlt es sich sowieso immer die Geldbörse, Handy und Co. an der Person zu tragen. Sollte es dennoch in den Rucksack wandern oder in die Handtasche, dann im größten Fach nicht gleich oben aufliegend. Die kleinen Außentaschen am Rucksack sind ungeeignet. Dort kommt nicht nur ihr schnell ran sondern auch alle anderen. Handtaschen sollte man auch geschlossen Tragen und niemals den Zipper vom Reißverschluss nach hinten tragen. Überwurf Laschen zum Körper hin, dann habt ihr eine gute Chance das frühzeitig zu bemerken.

Die meisten Taschendiebe sind zwar sehr fingerfertig, aber in seltenen Fällen gewaltbereit. Solltet ihr also einen bemerken, dann kann es durchaus auch passieren das er euch die Geldbörse wiedergibt und wegrennt. Dafür natürlich keine Garantie! Einzig eine Tatbegehung geht meist einher mit Gewalttaten. Auf diese werde ich aber später eingehen.

War es verständlich? Seit ihr schon mal einem Taschendieb zum Opfer gefallen.

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