Kommt es mir nur so vor oder zieht die Masche „falscher Polizeibeamter“ noch immer so gut. Und das obwohl die Medien gerade in der Vergangenheit ausführlich darüber berichteten. Sogar zu Festnahmen kommt es immer mal wieder. Nicht zuletzt konnte man diese Schlagzeile lesen: „Clan-Chef protzt mit Geld deutscher Rentner: Video zeigt nun seine Festnahme“ Quelle

Ich bin noch immer der Meinung das wir jüngeren in der Pflicht sind unsere Eltern, Großeltern oder Bekannten sensibel auf dieses Thema zu machen. Auch die Nutzung von Traueranzeigen und Einträgen in Telefonbüchern sollte zumindest mal hinterfragt werden!

Wer sind die Opfer beim falschen Polizeibeamten?

Solltest du jetzt die ersten Zeilen gelesen haben, aber noch absolut kein Schimmer haben wie diese Betrüger arbeiten, dann kann ich dir auf jeden Fall eine von investigativ Reportage von RTL empfehlen. Hier bekommt man auch mal ein Blick hinter die Kulissen!

Leider nur ein Link zu TVNOW (kostenpflichtig), vielleicht liefert google einen kostenlosen treffer!
>Video<–

Abgesehen haben es die Täter auf die Rentner! Die älteren Leute unter uns, die zum einen nicht mit der heutigen Technik aufgewachsen sind, über die Jahre eine gute Ersparnis angehäuft haben und noch so ein Grundvertrauen in die Polizei haben. 

Aber wie kommt man in den Fokus solcher Betrüger?

Überspitzt gesagt gibt es einen Katalog! Ein großes Buch, welches heute schon fast komplett an Bedeutung verloren hat und tatsächlich nur noch von älteren Menschen genutzt zu werde. Zumindest treffe ich diese Aussage mit einem Blick auf mein direktes Umfeld. Das Buch nennt sich „Telefonbuch“!

Hier suchen die Täter in kürzester Zeit nach alt klingenden Namen!

Quelle:https://www.bz-berlin.de/liveticker/angeklagter-falscher-polizist-schweigt

Schnell kommen so eine Menge Nummern von potenziellen Opfern zusammen. Und weil telefonieren heute nur noch eine Grundgebühr kostet, hat man bis hier, mit ausnähme von Zeit, nichts weiter investiert. Hier liegt es am Telefonisten wie gut er Informationen aus der Person am anderen Ender der Leitung zieht! Diese Betrüger darf man keineswegs unterschätzen, denn die Zahl der Opfer zeigt, dass sie sehr geschult im Gespräch sind und unterschwellig enormen Druck aufbauen!

Aber auch fingierte Befragungen zum Thema Gesundheit oder auch Bankwesen wären durchaus denkbar. Denn dann kann man auch gleich eine realistische Beute ermitteln. Lässt man nun ein paar Tage bis Wochen verstreichen, dann stehen die Chancen gut das der Angerufene dieses Telefonat vergessen hat, kann aber sogleich die gewonnenen Informationen verwenden um dem eigentlichen Betrugsversuch eine gewisse Glaubwürdigkeit zu verleihen. 

Falscher Polizeibeamter – wie kann man sich das vorstellen?

Nehmen wir mal an, das Call-Center hat bereits erste informationen im Vorfeld gesichert. Beispielsweise über eine fingierte Umfrage. Dann wird sich, wie auch in dem oben erwähnten Beitrag, ein „falscher Polizeibeamter“ telefonisch melden. 

Zu Beginn muss er vertrauen aufbauen. Hierzu nutzt er das technische Unverständnis des potenziellen Opfers. Er stellt sich also als Kommissar Müller vor und weißt auf die Dringlichkeit dieses Anrufes hin. Aber um dem Opfer ein besseres Gefühl zu geben, fordert er auf bei gehaltener Leitung die 110 zu wählen und sich bei der Leitstelle über den Kollegen Müller zu informieren. Das Gespräch wird aber garnicht beendet und auch die Eingabe von 110 in Telefon hat keinerlei Wirkung! Erst das eingespielte Team auf der anderen Seite gibt dem Opfer ein Hauch von vertrauen. Denn dieser wird einfach nur das Telefon weiterreichen und eine andere Stimme wird sich nun als Leitstelle ausgeben um den angeblichen Polizisten zu legitimieren.

Kurz darauf wird sich der erste Anrufer wieder melden und nun zum eigentlichen Betrug ansetzten. Er erzählt beispielsweise eine Geschichte von einer möglichen Einbrecherbande. Ein Teil dieser Bande konnte man nun festnehmen und fand dabei einen Hinweis auf ihr nächstes Opfer. Oder die Bande hat Kontakte in die vom Opfer genutzt Bank. Diese Geschichte wird immer variieren und kommt sicherlich auch auf die bereits gewonnenen Informationen an.

In diesem ersten Gespräch versuchen die Betrüger das vertrauen zu gewinnen und holen noch letzte Informationen ein. Außerdem bekommen sie ein Gefühl dafür ob das potenzielle Opfer auch wirklich ein Opfer ist, oder vielleicht schon die Masche durchschaut hat.

Erkennen sie aber hier ein Opfer, dann wird sich der Telefon Terror immer weiter aufbauen. Die kommenden Anrufe erschleichen sich weiter ein stärkeres Vertrauen und immer wieder wird man unterschwellig erfragen wie misstrauisch man schon geworden ist. Und zu guter letzt muss man ja auch noch in Erfahrung bringen, dass die mögliche Beute das Risiko einer Abholung wert ist!

Wenn bis hier einfach alles für die Täter passt, dann wird man auf eine Abholung der Gelder von der Bank bestehen und eine Übergabe vereinbaren. Aber auch hierbei wird es unterschiedliche Entwicklungen geben. Ein Blick bei Google nach Berichten zu solchen Taten zeigt auf, dass es von der Übergabe an der Wohnungstür, bis hin zum deponieren in einem öffentlichen Mülleimer, einfach alles sein kann. Aber spätestens bei dem letzt genannten Vorgehen sollte man mitbekommen das etwas nicht richtig ist.

Was für Täter arbeiten mit der Masche „falscher Polizeibeamter“?

Der oben genannte Bericht spricht von diversen Call- Centern in der Türkei, zeigt aber auch das die Täter viele Jahre in Deutschland gelebt haben. Mit folgenden Punkten kann man rechnen:

  • eine gute und gewählte Aussprache in deutsch 
  • Wissen wie sich Polizisten ausdrücken und kennen auch die Grundstrukturen
  • Kennen bestimmte Abläufe 
  • Sind geschult darin Vertrauen zu gewinnen, Opfer subtil unter druck zu setzen und Abweichungen zu erkennen

Wie kann man sich schützen und was ist vielleicht die Aufgabe der jüngeren Generation?

An dieser Stelle kann man nur sagen, dass kein Polizeibeamter oder auch eine Bank sie anrufen wird und ganz persönliche Daten erfragt. Und generell sollte man immer skeptisch sein, wenn jemand Auskunft zu Wertsachen und Vermögen haben möchte. 

Treten Personen an einen heran, die sich gerade in Zivil als Polizeibeamte ausgeben, dann sollte man sich auf jeden Fall den Dienstausweis zeigen lassen. Und niemals wird ein Polizeibeamter verlangen, dass sie Vermögen in Mülleimern, vor einer Tür oder in einem Schließfach deponieren. Zweifelt man, dann kann man sich immer in seinem zuständigen Abschnitt informieren.

Bekommt man also einen Anruf, dann am besten direkt auflegen. Außerdem sollte man noch mal stark überdenken, ob der Eintrag im Telefonbuch zwingend erforderlich ist?! Auch Traueranzeigen in einer Zeitung mit Namen der Enkel sind kritisch zu betrachten, denn dieses liefert ausreichend Informationen um ggf. den „Enkeltrick“ zu probieren. 

Zum Schluss wäre es wünschenswert, wenn wirklich jeder von uns der sich fragt: „Wie kann man auf so etwas reinfallen!“, sein Umfeld informiert und dafür sorgt das diese Informationen weitergetragen werden. Denn nur so können wir unsere gefährdeten Mitmenschen besser davor Schützen und ein bisschen Skepsis ist doch auch nicht verkehrt! Und dann warten wir ab welche Masche sich als nächstes ausgedacht wird!

Zum Schluss noch ein Link auf die Internetseite der Polizei Sachsen mit dieser Thematik!

https://www.lka.polizei-nds.de/praevention/aktuelles_und_kampagnen/praeventionskonzept—falscher-polizeibeamter-113663.html



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