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Vom Niedergang der Videotheken bis zur Streaming-Ära: Eine nostalgische Reise durch meine Jugend

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Im zweiten Teil meiner Reise durch die Erinnerungen meiner Jugend stolpere ich über einen Geschäftszweig, der in meiner Jugend eine bedeutende Rolle spielte –...

Vom Niedergang der Videotheken bis zur Streaming-Ära: Eine nostalgische Reise durch meine Jugend

Im zweiten Teil meiner Reise durch die Erinnerungen meiner Jugend stolpere ich über einen Geschäftszweig, der in meiner Jugend eine bedeutende Rolle spielte – die Videotheken. Ein Ort, an dem ich schnell und kostengünstig mein Abend- oder Wochenendprogramm zusammenstellen konnte, sei es für einsame Filmabende oder gesellige Treffen im Wohnzimmer mit Freunden.

Die goldene Ära der Videotheken

Heute widme ich mich den Videotheken! Als Kind der 90er kenne ich nicht nur die VHS-Kassette, sondern erinnere mich auch an das Medium, das nach Gebrauch mühsam zurückgespult werden musste. Ein vergessenes Zurückspulen wurde von den Videotheken mit einem Aufschlag bestraft. Doch nicht nur Videos und später DVDs waren begehrt, sondern auch Videospiele.

Die Liebe zum Besuch

Auch heute kaufe ich Spiele nur selten und wähle Titel aus, die mich über mehrere Stunden fesseln werden. Es gibt nichts Enttäuschenderes, als einen Vollpreistitel in nur sechs Stunden durchzuspielen. Hierfür waren die Videotheken optimal. Einfach ein Spiel leihen und an einem Tag, den man sich vorgenommen hat, das Spiel komplett durchspielen. Bei Multiplayer-Spielen wie COD ist die Kampagne zwar auch schnell beendet, jedoch kann man ohne weiteres bis zu 600 Stunden in den Multiplayer stecken, ohne dass es so schnell langweilig wird. Das sind dann die Titel, die ich lieber gekauft habe. Dennoch bot die Videothek die Möglichkeit, das Game einmal komplett zu testen – besser als die Demos aus den Zeitschriften damals.

sign geschlossen – meaning closed in german – business shutdown

Für mich war der Besuch in der Videothek stets ein Highlight. Auch wenn die Leihgebühr von 1,70 Euro nicht wenig war, gab es besonders am Wochenende oder in den Abendstunden regelmäßig Angebote, die den Verleih ankurbelten.

Die guten alten Blockbuster-Regale

Rückblickend vermisse ich die Einfachheit, aktuelle Filme auf den ersten Blick zu erkennen. Die Blockbuster-Regale oder die Neuheiten-Abteilungen waren stets prall gefüllt – 40 Ausgaben des aktuellen Mission Impossible oder eines anderen aktuellen Hits.

Das Fehlen der persönlichen Note beim Streaming

Etwas, das ich heute sehr vermisse. Zwar bieten Netflix und Co. eine Landingpage mit vom Algorithmus zugewiesenen Titeln, aber es fühlt sich stets überwältigend an! Der Pauschalabruf hat auch den Nachgeschmack, dass man viele Filme nur oberflächlich anschaut, ohne wirklich aktiv zu konsumieren. Der Konsum wird zu einem nebenbei Erlebnis.

Aber natürlich darf man nicht vergessen, dass es auch unendlich nervige Aspekte gab. So war es immer okay, Filme oder Spiele auszuleihen, jedoch nervte das Zurückbringen immer ungemein.

Die Wehmut beim Vorbeifahren an ehemaligen Geschäften

Heute fahre ich an den ehemaligen Geschäften vorbei und bin dennoch etwas traurig. Hatte ich in der Hochzeit drei Mitgliedskarten von unterschiedlichen Videotheken, so existiert heute noch eine in meinem Umfeld.

Der Wandel und die verzweifelten Rettungsversuche

Aber der Wandel setzte schon früh ein. Waren es zu Beginn Megastores mit enorm vielen Regalen, so haben sie schon vor Jahren begonnen, die Ladenflächen zu verkleinern. Neben der Verkleinerung der Ladengeschäfte kenne ich aber auch noch zwei Videotheken, die einen anderen Weg versuchten, um sich zu retten. Hier wurde dann der Süßwarenverkauf enorm hochgeschraubt und das zu spät üblichen Preisen, oder es wurde ein weiterer Geschäftszweig hinzugenommen. In einem speziellen Fall ging es um ein Solarium, was wahrscheinlich auch nicht die beste Entscheidung war.

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Was trieb den Wandel voran?

In erster Linie wohl der Breitbandausbau und das Angebot der vielen Streaminganbieter, die zu einem Pauschalpreis ein unbegrenztes Angebot auf den Markt spülten. Und für alles muss man nach dem Film eben nicht wieder aufstehen und sich zur Videothek quälen.

Der Abschied und die finanzielle Realität

Schaut man heute in meinen Schrank, dann besitze ich höchstens noch die Playstation, die DVDs oder Blu-rays abspielen könnte. Alle anderen Laufwerke habe ich ausgesondert. Selbst meine Computer haben kein Laufwerk mehr. Den Rest dürften der Mindestlohn und die Betriebskosten erledigt haben. Die wenigen Menschen, die hin und wieder eine DVD leihen, können im Leben nicht die laufenden Kosten decken. Damit dürften die ersten Videotheken am Angebot sparen, was sowieso schon eine Abwärtsspirale einleitet.

Letztendlich muss man nur mal in die Regale beim Elektronikriesen MediaMarkt schauen, welcher von den Geschäften kein gut laufendes DVD- oder CD-Segment bietet. Der Trend geht zur Verkleinerung oder gar Abschaffung dieses Bereichs.

Die Kostenüberlegung und die Fülle des Streamingangebots

Aber nochmal, der Kauf einer aktuellen DVD, die in meinem Regal verstaubt, kostet mehr als ein Monatsbeitrag bei Netflix, wo hunderte Filme zur Auswahl stehen!

Fazit

Der Wandel war unausweichlich, und natürlich schaue ich mit einem weinenden Auge auf diese Entwicklung, aber eben aus einem eher nostalgischen Grund. Auch ich würde heute keineswegs mehr eine Videothek betreten. Erinnert werde ich jedoch fast täglich an diese Zeit, da die Ruinen ehemaliger Videotheken noch mit Werbung zu finden sind. Nachmieter für diese doch recht großen Geschäfte zu finden, gestaltet sich nach wie vor schwierig – ein letzter melancholischer Blick auf eine Ära, die sich unwiderruflich gewandelt hat.