Stempel mit LightBurn erstellen – einfacher als gedacht (wenn man weiß wie)

Heute möchte ich eine kleine Anleitung geben, wie man mit LightBurn ganz einfach einen eigenen Stempel erstellen kann.

Ich halte das Thema für gar nicht so unwichtig – denn ich dachte am Anfang auch: „Das Ding ist schnell gemacht.“
Tja… ganz so einfach war es dann doch nicht. 😄

Wenn man die richtigen Schritte kennt, ist so ein Stempel allerdings in etwa 10 Minuten fertig vorbereitet und auch gelasert.


🔧 Benötigte Werkzeuge

  • Stempel-Grundmaterial
    (gibt es relativ einfach online, z. B. bei Amazon – speziell für Laser geeignet)
  • Laser
    In meinem Fall ein Atomstack A70 Max auf 35 W
    → Meine Erfahrung: Ein 40 W Laser ist optimal, damit sind ~10 Minuten bei 30×30 mm realistisch
    → Schwächere Laser gehen auch, brauchen aber mehr Durchgänge und Zeit
  • Opferplatte
    (bei mir: 6 mm MDF, A4)
  • Geeignete Grafik (schwarz/weiß)
Screenshot

👍 Nice to have

  • 3D-Drucker für den Griff
  • Zahnbürste zum Reinigen des Gummis

🧠 Schritt-für-Schritt Anleitung

1. Grafik erstellen

Ich habe meine Grafik mit KI erstellt (darauf gehe ich ggf. in einem anderen Beitrag ein).
Wichtig ist nur:

👉 Klare Schwarz-Weiß-Konturen


2. Grafik spiegeln

Wenn Text enthalten ist: zwingend spiegeln!

Ich habe das direkt am Handy gemacht und dann erst auf den PC übertragen.


3. Grafik in LightBurn importieren

  • Bild reinziehen
  • Rechtsklick → „Nachzeichnen“
  • Bei sauberer Vorlage einfach bestätigen

4. Originalbild entfernen

Falls nicht automatisch gelöscht:

👉 Ursprüngliches Bild löschen
(Option „Bild löschen nach Nachzeichnen“ spart dir den Schritt)


5. Größe anpassen

  • Grafik gruppieren
  • Seitenverhältnis sperren (Schloss aktivieren)
  • Auf gewünschte Größe skalieren

👉 Bei mir: 30 mm Durchmesser


6. Ansicht optimieren (wichtig!)

Unter „Fenster“ → Ansicht (gefüllt oder grob) aktivieren.

👉 Dadurch siehst du besser, wie das Ergebnis später aussieht.


7. Fläche statt Linie einstellen

Die Gravur-Ebene muss auf:

👉 „Fläche“ (Fill)

stehen.

Warum?
👉 Wir wollen Material abtragen, nicht nur Linien schneiden.


⚠️ Wichtiger Punkt: Negativ vs. Positiv

Wenn du jetzt einfach lasern würdest:

👉 Du bekommst einen Negativ-Stempel


8. Fläche hinzufügen (entscheidender Trick)

Jetzt kommt der wichtigste Schritt:

  • Kreis erstellen (z. B. 31 mm)
  • Gleiche Ebene/Farbe wie Grafik
  • Beide markieren → zentrieren

👉 Ergebnis:
Die Farben drehen sich um → dein Stempel wird positiv


9. Schneidekontur hinzufügen

  • Neuer Kreis (z. B. 32 mm)
  • Neue Farbe/Ebene
  • Einstellung: „Linie“

👉 Das ist der spätere Ausschnitt


⚙️ Meine Laser-Einstellungen

Gravur:

  • Geschwindigkeit: 4000
  • Leistung: 60 % (35 W)
  • Durchgänge: 2
  • Air Assist: AUS

Schnitt:

  • Geschwindigkeit: 400
  • Leistung: 95 %
  • Durchgänge: 3 (2 würden vermutlich reichen)
  • Air Assist: AUS

💡 Warum Air Assist aus?

Ich lege das Gummi direkt auf eine MDF-Opferplatte, weil mein Honeycomb zu grob ist.

👉 Problem mit Air Assist:

  • Luft geht zwischen Material und Holz
  • Material kann verrutschen oder unscharf werden

👉 Im schlimmsten Fall: komplett unbrauchbar


🧼 Nachbearbeitung

  • Unter fließendem Wasser reinigen
  • Optional mit Zahnbürste nachhelfen
  • Trocknen lassen

👉 Mein Material hatte eine 3M-Klebeschicht → direkt auf Griff kleben


🏁 Fertig!

👉 Jetzt einfach testen und losstempeln!


🤔 Warum diese Anleitung?

Der Hauptgrund:
Ich habe 3 Fehlversuche gebraucht, bis ich verstanden habe, wie man die Konturen korrekt umdreht.

👉 Eine klassische „Negativ-Funktion“ gibt es nicht (oder ich habe sie nicht gefunden)

👉 Wenn dann noch die Ansicht falsch eingestellt ist, merkt man den Fehler erst viel zu spät

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