Eine Esp32 WLAN Raumrufanlage bauen ohne Peilung! Dank ChatGPT ist das möglich. K.I. Einsatz mit Sinn!

Im folgenden Beitrag teile ich meine Erfahrung wie ich absolut ohne Plan von der Idee zu einer WLAN Raumrufanlage auf Basis eines ESP32 gekommen bin und wie man K.I. einsetzen kann, um tatsächlich etwas sinnvolles zu machen und dabei auch noch richtig viel zu lernen.

Ebenfalls verlinke ich mein ersten Gehäuse Entwurf auf Makerworld und auch die Dateien für die ESP32 stelle ich hier zur Verfügung. Alle links findet ihr am Ende des Artikels!


Manchmal beginnt ein Projekt nicht mit Fachwissen oder einem perfekten Plan, sondern einfach mit einer Idee und der Lust auszuprobieren, ob man es irgendwie hinbekommt.

Genau so ist dieses Projekt entstanden.

Ich wollte eine günstige WLAN-basierte Rufanlage bauen, die bestehendes WLAN nutzt, ohne Kabel verlegen zu müssen. Also eine Art Durchsage-System mit Sender und Empfänger, bei dem Sprache über das Netzwerk übertragen wird. Das Ziel war dabei weniger ein professionelles Produkt, sondern vielmehr die Frage:

Kann man so etwas als absoluter Anfänger überhaupt selbst bauen?

Die ehrliche Antwort:

Ja. Aber mit sehr viel Lernen, Fehlersuche, Fluchen und überraschend vielen Erfolgsmomenten.


Die Ausgangslage

Ich hatte vor diesem Projekt praktisch keinerlei tiefere Erfahrung mit:

  • ESP32
  • Audioübertragung
  • I2S
  • DAC-Modulen
  • Mikrofonverstärkern
  • WLAN-Kommunikation per UDP
  • oder generell Mikrocontroller-Programmierung

Der komplette Weg bestand also aus:

Idee → ChatGPT fragen → ausprobieren → Fehler suchen → neu löten → nochmal testen → plötzlich funktioniert etwas

Und genau das hat das Projekt im Nachhinein so interessant gemacht.

Denn statt einfach nur fertige Komponenten zusammenzustecken, habe ich bei diesem Aufbau zum ersten Mal wirklich verstanden:

  • wie ESP32-Projekte aufgebaut sind
  • wie WLAN-Kommunikation funktioniert
  • warum Masseverbindungen wichtig sind
  • weshalb Audio plötzlich brummt
  • was I2S eigentlich macht
  • und wie empfindlich manche Module auf schlechte Verkabelung reagieren

Das eigentliche Ziel

Die Idee war eine möglichst günstige WLAN-Rufanlage mit:

Sender

  • ESP32
  • Mikrofon
  • OLED-Display
  • Sprech-Taste
  • WLAN-Konfiguration über Handy

Empfänger

  • ESP32
  • DAC-Modul
  • Aktivlautsprecher
  • OLED-Display
  • Gong vor der Durchsage

Die Kommunikation sollte vollständig über das bestehende WLAN laufen.

Also:

Taste drücken → Gong → Sprachübertragung

Und das komplett ohne zusätzliche Kabel zwischen Sender und Empfänger.


Der Weg dahin war… chaotisch 😄

Die ersten Versuche liefen ehrlich gesagt alles andere als perfekt.

Ich hatte:

  • kein Audio
  • Timeouts
  • falsche Verdrahtungen
  • Displays mit falschem Treiber
  • Probleme mit Repeatern
  • falsch gelötete Pins
  • Mikrofone die sich gegenseitig gestört haben
  • und zwischendurch sogar den Verdacht, mehrere Module zerstört zu haben

Besonders spannend war die Erkenntnis, dass viele Probleme am Ende gar nicht der Code waren, sondern:

– fehlende Masse

– falsche Pinbelegung

– schlechte Lötstellen

– oder schlicht ein einzelnes nicht angeschlossenes Kabel

Ein besonders kurioser Moment war, als der Gong plötzlich funktionierte, sobald ich mit dem Finger eine bestimmte Stelle am DAC berührt habe.

Am Ende stellte sich heraus:

SCK war nicht korrekt angeschlossen.

Genau solche Momente ziehen sich durch das gesamte Projekt.


Vom MEMS-Mikrofon zum MAX9814

Ursprünglich sollte das Projekt mit einem digitalen MEMS-Mikrofon laufen.

Die Theorie war gut.

Die Praxis dagegen… eher weniger.

Die Verkabelung war empfindlich, die Einrichtung komplizierter als erwartet und gerade für einen Anfänger war die Fehlersuche extrem schwer.

Am Ende bin ich auf ein MAX9814 Mikrofonverstärker-Modul gewechselt.

Und plötzlich lief das System stabil.

Das war einer der wichtigsten Lernmomente des gesamten Projekts:

Nicht jede technisch „bessere“ Lösung ist automatisch die bessere Lösung für ein DIY-Projekt.

Gerade wenn etwas zuverlässig funktionieren soll, ist manchmal die einfachere Hardware die deutlich bessere Wahl.


WLAN, Repeater und warum der ESP32 manchmal einfach keine Lust hatte

Ein weiterer spannender Punkt war das Verhalten im echten Netzwerk.

Im Testaufbau lief vieles problemlos.

An der eigentlichen Position dagegen gab es:

  • Router
  • WLAN-Extender
  • gleiche SSID
  • Mesh-Verbindungen

Und genau dort begannen plötzlich:

  • Verbindungsabbrüche
  • verzögerte Gongs
  • Timeouts
  • AP-Rückfälle

Hier musste der komplette Netzwerk-Ansatz nochmal angepasst werden.

Die finale Lösung:

  • kein automatischer Rückfall in den AP-Modus
  • dauerhafte WLAN-Verbindungsversuche
  • optionale manuelle Empfänger-IP
  • stabilere Verbindung über direkte Ziel-IP

Auch das war ein Punkt, bei dem man merkt:

Ein Projekt funktioniert nicht automatisch überall nur weil es auf dem Schreibtisch läuft.


Das Gehäuse – funktional statt schön

Parallel dazu habe ich angefangen, ein erstes eigenes Gehäuse zu entwerfen.

Und genau da kamen die nächsten Erfahrungen.

Denn plötzlich geht es nicht mehr nur um Elektronik, sondern um:

  • Platinenmaße
  • Ausschnitte
  • Tasterpositionen
  • Display-Halterungen
  • Kabelführung
  • Wandstärken
  • und darum, wie man überhaupt Bauteile sinnvoll in einem Gehäuse befestigt

Das aktuelle Gehäuse ist ehrlich gesagt:

Nicht schön.

Aber genau darum geht es bei solchen Projekten.

Es ist die erste echte Erfahrung gewesen, wie man:

Elektronik + 3D-Druck + praktische Nutzung

überhaupt zusammenbringt.

Und genau deshalb bleibt das Gehäuse vorerst auch öffentlich verfügbar.

Nicht weil es perfekt ist.

Sondern weil man daran den Lernprozess sieht.

Das Modell findet ihr auf MakerWorld.


Was das System inzwischen kann

Der aktuelle Stand funktioniert inzwischen überraschend gut.

Das System bietet aktuell:

  • WLAN-Audioübertragung
  • OLED-Statusanzeigen
  • automatisches WLAN-Setup per Handy
  • Setup-AP direkt auf dem ESP32
  • Gong vor der Durchsage
  • automatische Empfänger-Suche
  • optionale manuelle Ziel-IP
  • Reset-/Setup-Taster
  • Audioausgabe über Aktivlautsprecher
  • Konfiguration komplett ohne Codeänderung

Und genau das war ursprünglich eigentlich das Ziel:

Ein System bauen, das auch jemand ohne Programmiererfahrung flashen und nutzen kann.


Die größte Erkenntnis aus dem Projekt

Das wahrscheinlich Spannendste an dem gesamten Aufbau war nicht die Technik selbst.

Sondern die Erkenntnis, dass man heute auch ohne tiefes Vorwissen Projekte umsetzen kann, die früher praktisch unmöglich gewesen wären.

Natürlich ersetzt ChatGPT keine Erfahrung.

Aber es kann:

  • Zusammenhänge erklären
  • Fehler eingrenzen
  • Code schreiben
  • Hardware erklären
  • Ideen validieren
  • und vor allem motivieren weiterzumachen

Und genau dadurch wurde aus:

„Ich habe keine Ahnung davon“

am Ende tatsächlich:

eine funktionierende WLAN-Rufanlage.


Fazit

Dieses Projekt ist weit entfernt von einem professionellen Produkt.

Aber genau das macht es irgendwie interessant.

Denn es zeigt:

Man kann sich auch ohne große Vorkenntnisse in komplexe Themen einarbeiten,

wenn man bereit ist Fehler zu machen und sich Schritt für Schritt durchzubeißen.

Und ganz ehrlich:

Gerade die vielen kleinen Probleme und Improvisationen machen solche DIY-Projekte oft spannender als ein perfekt funktionierender Bausatz.

Ich werde das Projekt definitiv weiterentwickeln.

Geplant sind unter anderem:

  • bessere Gehäuse
  • kompaktere Elektronik
  • sauberere Audioqualität
  • eigene Gong-Dateien
  • eventuell Akku-Betrieb
  • und eine noch einfachere Einrichtung

Aber für den Moment bin ich ehrlich gesagt einfach zufrieden, dass das Ding überhaupt funktioniert 😄


MakerWorld

Das aktuelle Gehäuse und zukünftige Versionen werde ich nach und nach auf MakerWorld veröffentlichen.

Auch wenn die ersten Designs noch eher nach:

„Hauptsache es passt irgendwie rein“

aussehen.

Denn genau so beginnen viele Projekte.

Und vielleicht motiviert dieser Erfahrungsbericht ja den einen oder anderen ebenfalls einfach mal anzufangen.

LINKS:

Sketch und Doku:
https://drive.google.com/file/d/1NNqGo3-rPBHXYoWlng99CO806MUtnhhr/view?usp=share_link

Displayhalterung 0,96 OLED
https://makerworld.com/de/models/588557-new-ssd1315-0-96-oled-case?from=search#profileId-509802

Gehäuse universal
https://makerworld.com/de/models/2805452-esp32-intercom-gehause-inklusive-projekt-sketch#profileId-3121673

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